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Einwurf 199: Dick ist geil

15.01.2020

Sind Sie dick? Ja? Dann haben Sie es gut: Sie sind nicht nur «mehrheitsfähig», sondern voll im Megatrend. Der Schlankheitswahn sei geisteskrank, sagen und schreiben die Glücksphilosophen, der führe bloss in die Fress-Kotz-Hölle, zu anderen Magersüchten und in die Depression. Dagegen soll man zu «seiner Figur stehen», egal wie «scheinbar unförmig» die nun sei. Denn Schönheitsideale seien dem Wandel der Zeit unterworfen. Was heute gelte, sei morgen schon wieder Schrott. 

 

Gut, wenn das so ist, dann soll doch jeder fressen und saufen, was ihm gerade vor das Maul geklatscht wird. Pausenlos an jeder Strassenecke, im Tram, während der Arbeit, auf der Toilette, im Bett beim Fernsehen vor dem Einschlafen usw. Man soll sich die Lebensfreude nicht durch genussfeindliche Besserwisser zerstören lassen, sagen und schreiben sie. Und überhaupt: Den Hunger zu unterdrücken, sei ein Unsinn wider die Natur.

 

Doch wer diese Linie einschlägt, der soll dann bitte auch die Folgen seines Tuns aus dem eigenen Sack bestreiten. Meine Krankenkassenprämien sind keine Spenden zur Förderung der Fettleibigkeit. Unter Solidarität stelle ich mir etwas anderes vor. Und ja, mein Schönheitsideal hat nicht BMI 40.

 

Kennen Sie den Film «La Grande Bouffe»? Der ist zwar nicht mehr der jüngste, eignet sich aber gerade deshalb ausgezeichnet als «Kleine Bibel für die Dicken» und vor allem für diejenigen, die unbedingt noch dick werden wollen. Oder müssen, weil die lebensfreudigen, genusssüchtigen und konsumwütigen Glücksphilosophen schliesslich immer Recht haben.

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