Einwurf 369: Die besten Journalisten


Es gibt Millionen von Hofjournalisten von Behörden und Firmen, aber die kann man nicht ernst nehmen. Glaubwürdig sind nur die kritischen, die nicht von vornherein jeden Skandal schönreden und glattrasieren. Die seien eben «links», heisst es dann, aber das sind sie bloss deshalb, weil man alle kritischen Beobachter als «links» diffamiert. Mir persönlich geht es ja auch so. Ich bin an sich überhaupt nicht «links», aber ich bin kritisch, und darum sagen die Leute, auch ich sei «links». Sie wissen es ja besser als ich selber, vielen Dank für das hochprofessionelle, höchstqualifizierte Blödheitszeugnis. Wir kennen das alles vom Vulgärmarxismus, nur einfach umgekehrt. («Wer nicht links ist, ist rechts».)


Als «Linker» von der kritischen Sorte gerät man automatisch auf die Abschussliste der ganz grossen milliardenschweren Obernazisauen und ihrer luxussüchtigen «Vollstreckungsarschlecker». Dabei hat man mit roten und grünen Parteien überhaupt nichts am Hut, sondern man ist ganz einfach nur im anständigen, bescheidenen, bodenständigen, «bürgerlichen» KMU-Mittelstand aufgewachsen.


Nun brauchen aber auch kritische Journalisten wenigstens ein Minimaleinkommen für ihre Zigaretten. Also machen sie auf Schadensbegrenzung bzw. auf Selbstzensur, soweit man das einfach unbedingt muss. So schreiben sie halt oft gegen ihre eigene Überzeugung auf die Mühlen von irgendwelchen louchen Arbeit- und Auftraggebern und träumen dabei jahrelang von einer selbstständigen Existenz als investigativer Weltverbesserer. Das ist alles andere als ein romantischer Frühlingsspaziergang, nicht nur in der «Dritten Welt». Früher kämpften sie für Jesus und die Bibel und starben als Märtyrer. Heute werden sie ermordet, weil sie die Avantgarde der Umweltstandards und der Menschenrechte stellen. Wie auch immer: Unsere Bewunderung haben sie: Wenn schon Heroen, dann solche.


Wer ihre Mörder sind? Oh, vom Mossad an abwärts sind das sämtliche Geheimdienste und alle anderen organisierten Verbrecher, die Weltmächte und die Grosskonzerne, welche reihum voneinander profitieren und sich auch gegenseitig unterhalten (Steuern, Spenden, Mandate, Expertisen, Vertuschungen, Freisprüche usw.).

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