Einwurf 450: Sponsored Content

Aktualisiert: Sept 18


Wenn in der Presse die Werbung genauso aussieht wie ein Artikel aus der Redaktion, dann heisst es jeweils am Rand, es handle sich um «Sponsored Content». Klar, am liebsten würden die Verlage auch auf diese Randnotiz verzichten, aber so weit sind wir vorläufig noch nicht.


Nun kann man natürlich sagen, die Trennung von Redaktion und Werbung sei eh nicht möglich. Es schreibt schliesslich keiner direkt gegen die Interessen seines (wohlverstanden seinerseits kommerziellen) Arbeitgebers, seiner Inserenten und Abonnenten, vor allem heute, wo die immer rarer werden. «Wer zahlt, befiehlt»: Das gilt auch in der Medienindustrie.


Dennoch ist die optische Gleichschaltung von Redaktion und Werbung ein grundfieser Trick. Denn was seriös und glaubhaft sein soll, hängt namentlich vom Schriftbild ab. Sonst würde der Trick ja gar nicht angewandt. Man fährt also bewusst eine Irreführungsstrategie, an sich eine unglaubliche Charakterlosigkeit, wo man gleichzeitig für sich in Anspruch nimmt, Wahrheiten aufzudecken. Das Argument, nur so sei der Inserent kooperationswillig gewesen, überzeugt nicht: Keine Information ist immer besser als eine verlogene.


Eine Schlussbemerkung noch zur «Trennungs-Grundfrage»: In der Schweiz sind wirklich glaubwürdig, also «kritisch-neutral», eigentlich nur die Informationssendungen von Radio SRF. Schon die dialektversessenen Sportsendungen dort sind das nicht mehr. Die sind viel zu nationalistisch und/oder zu verhältnisblödsinnig. (Die Paradebeispiele hier sind die «Assists» von ein paar verlorenen Schweizer Seelen in der NHL.) Die ewiggleichen Verkehrsmeldungen sind sogar zum Kotzen. (Die stören bloss die notorischen Stausektierer nicht und gehören längst auf eine eigenständige «Autowelle» abgestellt.)

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