WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

Neue Geschichten aus dem echten Leben: Die Fortsetzung der WPK-Tetralogie in der Gestalt von Wochenblogs (bis 2017) und Einzeleinwürfen (ab 2018). Hier werden heilige Kühe geschlachtet und durch unterwerfungsresistente Paradiesvögel ersetzt: Für Leute, denen sperriges Zeug Freude macht und die mithelfen wollen, von Gesinnungsdiktatoren und ihren „nützlichen Idioten“ kultivierte Tabus in heisse (oder kalte) Luft aufzulösen. Wir übertreiben nie, sondern denken bloss dort zu Ende, wo andere längst kalte Füsse gekriegt haben.

Einwurf 112: Politik Schweiz, 1. Semester, Proseminar 1

Europa: Konkordanz, Kompromiss, Verschleppung, Versenkung, Nichts, Geldverschwendung, Reformstau, Polarisierung Migration: Konkordanz, Kompromiss, Verschleppung, Versenkung, Nichts, Geldverschwendung, Reformstau, Polarisierung Gleichstellung: Konkordanz, Kompromiss, Verschleppung, Versenkung, Nichts, Geldverschwendung, Reformstau, Polarisierung Altersvorsorge: Konkordanz, Kompromiss, Verschleppung, Versenkung, Nichts, Geldverschwendung, Reformstau, Polarisierung Krankenversicherung: Konkordanz, Kompromiss, Verschleppung, Versenkung, Nichts, Geldverschwendung, Reformstau, Polarisierung Steuern: Konkordanz, Kompromiss, Verschleppung, Versenkung, Nichts, Geldverschwendung, Reformstau, Polarisie

Einwurf 111: Die SP-Integrität

In unseren Einwürfen 109 und 110 haben wir die SVP und FDP ins kritische Visier genommen, jetzt kommt die SPS an die Reihe. Was deren Leute uns sagen, tönt zwar durchwegs gut. Auch was sie entscheiden, macht meistens Sinn. Dasselbe trifft auf die Gewerkschafter zu. Aber sie alle sind Wölfe in Schafspelzen, und was herauskommt, wenn die zu mächtig werden, wissen wir nur zu allzu genau: Korruption, Diktatur, im schlimmsten Fall sogar totalitärer «Sozialfaschismus». Die Fälle Stalin und Mao kennen wir, das ist lehrreiche Vergangenheit. Aber was sich heute in China, Nordkorea und in diversen lateinamerikanischen und afrikanischen Staaten abspielt, deutet klar darauf hin, dass man daraus immer no

Einwurf 110: Das FDP-Klima

Jahrzehntelang hat die geldversessene, raubgierige (schweizerische) FDP wider besseres Wissen praktisch alles, was eine vernünftige Umweltpolitik gewesen wäre, als unliberal und wirtschaftsfeindlich abgeschmettert. Und jetzt, wo die streikende Klimajugend ihr Kürzel mit «Fuck de Planet» übersetzt hat, will sie plötzlich grün werden. Aber das ist ebenso unglaubwürdig wie lächerlich. Ausserdem ist dieser Zug schon längst abgefahren: Grüne Liberale sind heute in der GLP. Dagegen verhält sich die SVP für einmal mustergültig: Sie beugt sich nicht dem Druck der Strasse und marschiert gemeinsam mit Donald Trump erhobenen Hauptes in die braunen Höllen der Vergangenheit. Der (intern nicht unumstritte

Einwurf 109: Die SVP-EU

Einer bestimmten Sorte von Politikern kann die Europäische Union machen, was sie will, es ist immer falsch. Bringt sie es irgendwo nicht fertig, sich zu einer Einigung durchzuringen, gilt sie als schwach und chaotisch. Wenn sie es aber schafft, beschimpft man sie als totalitäre Diktatur. Dasselbe beim Thema «EU-Bürger»: Erst wird behauptet, die hätten nichts zu bestellen, aber sobald man ihnen handfeste Rechte einräumt, palavern sie von einer Plünderung der Staatskassen. Fällt der Eurokurs, bricht die Währung nächstens zusammen, steigt er, so handelt es sich um eine Blase. Alles klar: Eine solche Geisteshaltung ist nicht nur selbstentlarvend dumm, sondern ganz einfach widerlich. Twitterdreck

Einwurf 108: Natürliche Intelligenz im Tram

…. Du, äää, chomm …. Äär hät gseit, und dänn sie so …. Chunsch drus? …. Ja, scheisse, ächt, immer bloss blöd lachä …. Genau, äär isch voll abgfahrä …. Sie isch eifach es mega Tussi …. Uhuere, ja, doof umehängä …. Schoo, und jaaa, es mega Puff, ich schwör’s …. Wow, easy, geil …. Das isch vollkrass chillig, aber das andere isch würkli scheisse, weisch was i mein? …. Total uncool, äbe so …. Schoo, und jaaa, ich weiss nöd …. Bisch am schaffä? …. Ich go jetz au go schaffä …. Nöd würkli, äär macht extrem Stress, und die ander au, weisch was i mein? …. Genau, usgraschtet, voll behindärät, uf em WC und so …. Äär isch es riese Arsch, ächt …. Sie tschägged das überhaupt niä, sorry, sie sind so öppis v

Einwurf 107: Früher war alles besser

Wir waren erstmals vor 15 Jahren in Fes und in Marrakesch und vor kurzem ein zweites Mal. Das Vergleichsurteil fiel einfach und schnell: Damals war es schöner. An anderen Orten sagten wir mehr oder weniger dasselbe. Folglich war es früher überall schöner als heute, und das nicht nur auf Reisen, sondern auch zu Hause. Schöner und besser. Zum Beispiel an der Arbeit: Der Wandel beschleunigt sich, der Wettbewerb verhärtet sich, die Leistungsanforderungen steigen, die Vorgesetzten werden immer ekliger, man kommt rund um die Uhr nie mehr zur Ruhe. Oder im Privaten: Die traditionellen Frauen- und Männerrollen sind weg, alle wollen/sollen alles machen, dazu der Bildungsstress mit den Kindern, der PS

Einwurf 106: ONS69 - SheToo

Seit Jahren suchte Benno eine Frau, aber er fand einfach keine. Irgendetwas machte er falsch; weder online noch offline kam er zum Ziel. Innerlich hatte er dieses schon längst aufgegeben, aber vor seinem 30. Geburtstag nahm er nochmals einen Anlauf. Sein Projekt: Sich auf längeren Bahnfahrten neben eine attraktive Frau setzen und sie nett grüssen, fertig. Nicht lächeln und auch nichts sagen - so hat es nie funktioniert, und jetzt mit MeToo sowieso nicht mehr. Die Risiken, die man dabei einging, waren viel zu gross geworden. Anna sah echt toll aus, sie war elegant gekleidet und strahlte viel Intelligenz und noch mehr Selbstsicherheit aus. Aber auch sie erwiderte Bennos Gruss bloss mit einem

Einwurf 105: Fehlmanipulierte Buchautoren

Was in den Geschichtsbüchern steht, hängt bekanntlich von den Interessen der Auftraggeber der Autoren ab. Ich habe Anfang 80er Jahre im Rahmen einer Nachdiplomarbeit (heute: DAS) die Darstellung der europäischen Integration in deutschen, französischen und britischen Lehrbüchern für Gymnasien untersucht und verglichen. Dabei fiel nicht sonderlich überraschend auf, dass es den Deutschen in diesem Zusammenhang darum ging, sich nach den Weltkriegen wieder beliebt zu machen. Die (gaullistischen) Franzosen dagegen liessen durchblicken, dass ihnen die EG (heute: EU) nicht einen Souveränitätsverlust, sondern im Gegenteil einen Einflussgewinn eintrage, weil die nun eh so funktioniere wie Frankreich s

Einwurf 104: Scheissfach Chemie

Gehört in der Hallenbadgarderobe: «Welches ist dein Scheissfach?» «Französisch, und deins?» «Chemie.» «Warum?» «Der Lehrer ist ein Idiot, er kann nichts erklären». Mehr Klartext geht nicht. Da werden MINT-Experten in die Schulen geschickt, MINT-Foren werden veranstaltet, MINT-Kampagnen lanciert. Sogar Social Media-Influencer werben für MINT-Studien. Garantierte, langfristige und bestens bezahlte Jobs habe man mit einem MINT-Diplom, sagen sie, und dazu Karriereaussichten vom Feinsten. Zusammen mit einem MBA könne man später sogar in die Liga der Hartwährungsmilliardäre aufsteigen usw. Aber leider nützt diese Propaganda rein gar nichts, wenn es die real existierenden Lehrkräfte nicht schaffen,

Einwurf 103: Klimaprotest

Jetzt protestieren Jugendliche regelmässig gegen die Untätigkeit der Politiker beim Klimaschutz. Das ist doch sehr erfreulich, wo man langsam den Eindruck bekommen hatte, ihnen sei das alles (und die Politik überhaupt) völlig egal oder sie hätten bereits resigniert. Hoffentlich geht ihnen nicht bald wieder der Schnauf aus, denn dass es im kalten Winter gelingt, jede Woche immer mehr Demonstranten auf die Strasse zu holen, darauf würden wir nicht wetten. Ein Monatstakt wäre auch nicht schlecht, dafür massiv: Jeweils am ersten Samstag, aber dann bis ins hinterste Bergtalkaff. Die etablierten Politiker haben düpiert bis sauer reagiert. Sie beklagen sich zwar chronisch über die «Indifferenz» der

Einwurf 102: Service public

Jedes Jahr müssen wir 350 Franken Radio- und Fernsehgebühren bezahlen. Damit soll der Staat eine verfassungsmässige Kultur-, Bildungs- und Informationsaufgabe wahrnehmen. So weit so gut. Im Kern macht er das nicht schlecht, am Radio sogar hervorragend («Rendez-vous», «Echo der Zeit», Spartenmagazine). Aber darüber hinaus wird stundenlang Zeug ausgestrahlt, welches mit der genannten Aufgabe sehr wenig bis überhaupt nichts zu tun hat. Schauen wir uns doch mal das Fernsehprogramm von SRF 1 und SRF 2 eines Wochenendes an, wenn die Leute länger vor der Glotze hocken. (Vielleicht handelt es sich dabei auch um einen Computer, ein Tablet oder ein Handy, egal). Am Morgen des 19. Januar (Samstag) sang

Aktuelle Einträge
Kategorien
Archiv

© 2020 PELESP GmbH

PELESP GmbH
Wannenstrasse 8E
CH-8800 Thalwil
+41 44 720 12 73

mail@pelesp.ch

Disclaimer            Impressum