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WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

12.09.2019

Wer die Veranstaltungskalender der soeben angelaufenen Konzertsaison konsultiert, wird von einer Überdosis Beethoven erdrückt. Dabei ist dessen 250. Geburtstag erst im Dezember 2020. Das ist zwar nicht weiter schlimm, denn es gibt viele Komponisten, die weniger gut sind als Beethoven. Aus unserer Sicht sind das sogar alle. Die Fachwelt hingegen stellt ihn regelmässig bloss auf Platz 3 und streitet höchstens noch darüber, ob die Goldmedaille nun Bach gehöre oder Mozart. Denn die gelten als «überirdisch», «himmlisch», «göttlich» usw.

Bei aller religiösen Ehrfurcht: Weder Bach noch Mozart wären je in der Lage gewesen, so etwas wie die Eroica, die Hammerklaviersonate oder die Streichquartette Opus 130-132 hinzukriegen. Das geht nicht «einfach so» aus der Massenproduktion heraus. Dafür braucht es zwingend sowohl tiefsinnige Reflexion als auch prozesstechnische Tüftelei. Am Schluss ist dann auch wirklich alles drin, nicht nur ein Teil: Struktur, Rhythmus, Dynamik, Fugen, Variationen, Altes, M...

14.03.2018

Ich habe mich gerade durch das «Pop-Musik-Schlachtross» von Diedrich Diederichsen gekämpft. Der Wille des Autors, die Pop-Musik als Superkunst zu verklären, ist unübersehbar. Allein schon von der «theoretischen Einbettung» her ist alles da, was zählt: Bach, Beethoven, Wagner, Boulez, Stockhausen, Cage, John Coltrane, Miles Davis, Kant, Hegel, Adorno, Foucault, Derrida, Bourdieu, Luhmann….

Aber im Kern der Sache setzt Diederichsen konsequent auf die Falschen, nämlich nicht auf die «Kunstrocker», sondern auf die «Dreckrocker». D.h. «seine» Pop-Musik ist gerade deshalb eine Superkunst, weil sie sich nicht mit hergebrachten Superkünsten misst. Nur: Aus Dreck wird nie Gold, auch wenn der Dreck interessante Hintergründe und Erklärungen hat und spontan fasziniert.

Diederichsens wohl vergebliches Bemühen erinnert mich an jenes der klassischen Musiker, der atonalen Postmoderne eine olympische Position zu verschaffen. Auch das hat nichts gebracht. Hässliche Töne mögen intellektuell vielleicht int...

28.02.2018

Es gibt immer wieder Leute, die vergleichen in allem Ernst Michael Jackson mit Wolfang Amadeus Mozart. Superstars der Musik seien sie gewesen. Aber das ist an den Haaren herbeigezogen. Wer die beiden auf die gleiche Ebene hebt, hat vielleicht von Showbusiness etwas verstanden, von Musik aber ziemlich wenig. Michael Jackson wäre nie im Leben in der Lage gewesen, eine Oper vom Format des «Figaro», des «Don Giovanni» oder der «Zauberflöte» zu komponieren. Was hier an Soziologie, Psychologie, Dramaturgie, Themenführung, Melodienreichtum und Orchestrierung zusammenprallt, ist geradezu extraterrestrisch. Dazu kommt der ganze Kosmos aller anderen Kreationen von Mozart: Weitere Opern, Orchesterwerke, Kammer- und Klaviermusik, das Requiem usw., d.h. sicher 100 absolute Spitzenwerke von mindestens 15 Minuten Aufführungsdauer.

Dagegen stehen «Thriller» und eine Hand voll kurze Evergreens mit zahlreichen Wiederholungen. Die wurden zwar weltweit abermillionenfach verkauft, aber das hat mehr mit mass...

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