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WPK-BLOG

„Die Welt muss Seele haben“

01.07.2019

Für verschiedene Suchtmittel haben wir Sondersteuern: Benzin, Zigaretten, Alkohol, bald wohl auch Zucker, aber die grösste zeitgenössische Sucht lassen wir diskussionslos unbesteuert: Smartphones und Social Media. Das muss sich sofort ändern. Wir brauchen so etwas wie Twitter-, Facebook-, Whatsapp- und Instagram-Steuern. Damit trifft man mehrere Fliegen auf einen Streich: Leere Staatskassen sind auf einen Schlag wieder gefüllt, Schulden sind zurückgezahlt, die leistungsfeindlichen und betrugsanfälligen Einkommenssteuern kann man abschaffen, und gleichzeitig werden endlich die Hass- und Verblödungswellen gebremst, welche mittlerweile praktisch alle Kanäle dominieren, wenn sie nicht gerade XING oder LinkedIn heissen.

03.04.2019

Der «Qualitätsjournalismus» ist seit einiger Zeit ein Riesenthema, vor allem auch, weil er anscheinend am Aussterben ist. Nun geht es in diesem Kontext aber nicht nur um Fakes, sondern auch um den Verhältnisblödsinn. So wird jetzt landauf landab genüsslich über Cesare Battisti geschrieben, was der für ein terroristisches Schwein gewesen und trotzdem von François Mitterrand und Konsorten jahrzehntelang protegiert worden sei.

Der Tatbestand ist korrekt, und dass Mitterrand kein Engelchen war, wissen wir nicht erst seit Ende März 2019. Der journalistische Aufschrei ist trotzdem unglaubwürdig. Wenn das organisierte Verbrechen in Süditalien (und anderswo) im Stil der CIA und des Mossad jeden Tag ihre Auftragskiller auf die Piste schickt und so seinen eigenen (schleichenden) Massenmord inszeniert, ist das allenfalls eine periodische statistische Randnotiz wert. Man nimmt das so selbstverständlich hin, als wären die Medien selber von der Mafia (oder eben von der CIA und des Mossad) gesteuert....

01.02.2019

Jedes Jahr müssen wir 350 Franken Radio- und Fernsehgebühren bezahlen. Damit soll der Staat eine verfassungsmässige Kultur-, Bildungs- und Informationsaufgabe wahrnehmen. So weit so gut. Im Kern macht er das nicht schlecht, am Radio sogar hervorragend («Rendez-vous», «Echo der Zeit», Spartenmagazine). Aber darüber hinaus wird stundenlang Zeug ausgestrahlt, welches mit der genannten Aufgabe sehr wenig bis überhaupt nichts zu tun hat.

Schauen wir uns doch mal das Fernsehprogramm von SRF 1 und SRF 2 eines Wochenendes an, wenn die Leute länger vor der Glotze hocken. (Vielleicht handelt es sich dabei auch um einen Computer, ein Tablet oder ein Handy, egal). Am Morgen des 19. Januar (Samstag) sang zum Beispiel auf SRF 1 Cecilia Bartoli. Dann kam eine Reportage über die «Radiolegende» Bernhard Schär (das ist ein bis auf Weiteres immer noch berufstätiger nationalistischer Roger Federer-Phrasendrescher) und anschliessend eine Sendung über die «Wunder der Jahreszeiten». Unterdessen brachte SRF 2...

26.10.2018

Von den grossen Medien, vor allem von den staatlichen, wird erwartet, dass sie «ausgewogen» berichten. Das ist grundsätzlich richtig. Andererseits dürfen sie Donald Trump, die chinesischen und russischen Alleinherrscher, arabische Menschenmetzger, israelische Kommandokiller, korrupte Caudillos und braune Parteiführer aber nicht gleich behandeln wie eine lokale Sektion der Heilsarmee. Nach den bitteren Erfahrungen mit der Hitlerei und mit anderen Totalitarismen haben sie sogar die Pflicht, steinhart gegen die rechtsextremen Idioten und deren Wegbereiter anzuschreiben. Wer das nicht macht und sich bei denen gar noch anbiedert, ist ein Feigling und wird zum Komplizen. Klar muss man es gut und überzeugend machen («Investigativer Qualitätsjournalismus») und dabei stets auf der Hut sein, sich nicht selber an faschistischen Arbeitsmethoden zu vergreifen. Aber das ist absolut möglich, und es gibt zum Glück immer noch viele gute Beispiele dafür. Denen muss man jedoch den Rücken stärken und nich...

17.07.2018

Das «Billag-Radio SRF» hat viele Inland- und Auslandredaktoren und dann vor allem noch die da:

  • einen diplomatischen Korrespondenten («Mass für Mass»): Fredi Gsteiger

  • einen Fachmann für Sicherheitsfragen («Sein oder Nichtsein»): Fredi Gsteiger

  • einen Spezialisten für internationale Beziehungen («Ende schlecht, alles schlecht»): Fredi Gsteiger

  • einen Spezialisten für internationale Organisationen («Komödie der Irrungen»): Fredi Gsteiger

  • einen ausgewiesenen UNO-Kenner («Ein Sommernachtstraum»): Fredi Gsteiger

  • einen «Mann» für strategische Angelegenheiten («Dabeläidabeläss - Der Sturm»): Fredi Gsteiger

  • einen Experten für Menschenrechte und humanitäres Recht («Der Widerspenstigen Zähmung»): Fredi Gsteiger

  • einen Berichterstatter über Gipfeltreffen und Grosskonferenzen («Reisli machen und Donald Trump hinterherhecheln - Wie es ihm gefällt»): Fredi Gsteiger

  • einen Korrespondenten für Aufregung und Atemlosigkeit («Viel Lärm um nichts»): Fredi Gsteiger

  • ...

30.04.2018

Der Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt ist nicht mehr das, was er einmal war. Die Printmedien schrumpfen wie Ballone, in die man mit einer Stecknadel hineinsticht, und online können die Abokündigungsverluste nicht mehr wettgemacht werden. Im Internet gibt es zu viele Gratisangebote für eine Masse, der die Qualität komplett wurscht ischt. Die findet Facebook-Influencer und Twitter-Diarrhö viel geiler als Leitartikel der «New York Times» oder Gastphilosophen von «Le Monde», und das haben natürlich auch die berühmten «Werber» schon längst gemerkt. 

Das Resultat sind Konzentrationsprozesse und grossflächig identische Kopfblätter, denen man zentrale Mantelseiten überstülpt. Das ehemalige «Lokalblättli» überlebt dann allenfalls noch als Wurmfortsatz. Typisch ist in dieser Hinsicht der Tamedia-Konzern, der sein Geld im Übrigen auch mit ganz anderen Geschäften noch macht als mit Zeitungen und Zeitschriften.

Die Reduktion der Medienvielfalt ist aber gar nicht so übel, solange das «Ober-Kopfblatt» w...

18.03.2018

Ich habe die Berichte über den Rupperswiler Vierfachmörder nicht gelesen. Im Gegensatz zu jenen über das unsägliche Dauermassaker in Syrien interessierten sie mich ganz einfach nicht. Bin ich deswegen jetzt auch geisteskrank?

17.01.2018

Facebook, Twitter und YouTube haben sich als Verblödungs-, Hass- und Repressionsmaschinen entpuppt. An sich gehört die «Zensur» in die Teufelsküche einer totalitären Herrschaft, aber hier ist sie dringend nötig. Es gibt übergenug zivilisierte Alternativen. Noch besser als diese Maschinen mit Direktreklamationen oder mit Gerichtsurteilen zu disziplinieren wäre sie ganz abzuschaffen, also zu verbieten.

Die grossen Social Media verbreiten lauter geistigen Schrott, killen legitime Protestbewegungen, stärken Geheimdienste und helfen Trump und anderen trotteligen Rassisten, ihr Unwesen zu verbreiten.

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January 14, 2020

January 6, 2020

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